WESH WESH, QU`EST-CE QUI SE PASSE? (OMU)
Fr 2001 83 min R.: Rabeh Ameur-Zaimeche

D.: Rabeh Ameur-Zaimeche, Ahmed Hammoudi, Brahim Ameur-Zaimeche

 

Fr 19.9.03, 20:00 Uhr
Sa 20.9.03,
22:00 Uhr
So 21.9.03, 20:00 Uhr

Mo 22.9.03,
22:00 Uhr

 


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Paris, Bosquets à Montfermeil, eines der großen Wohnmaschinenviertel (Cités), die in den 60er Jahren schnell und billig in der Banlieue hochgezogen wurden, um den Anstrom angeworbener nordafrikanischer Arbeitsimmigranten und den aus der Innenstadt von Paris verdrängten Sanierungsopfern aus den unteren Einkommensschichten zu kanalisieren. Stolz war man darauf, Licht, Luft, Sonne und Grün anstelle von Slums geschaffen zu haben für die Arbeitermassen. Doch schneller Verfall der Bausubstanz ließ die, die es sich leisten konnten, abwandern, und mit der ersten Wirtschaftskrise in den 70ern setzte sich der Konzentrationsprozess der sozial Schwachen in diesen Vierteln fort. Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen und soziale Projekte seit Beginn der achtziger Jahre konnten nicht ändern, daß die Stadt Paris zum Spiegel der Gesellschaft wurde: die Reichen im Zentrum von Geld und Macht, die Armen am Rand der Chancenlosigkeit. Regisseur und Produzent Rabeh Ameur-Zaimeche spielt in seinem Erstlingswerk Kamel, einen Drogendealer, der nach langer Haftstrafe und Verbannung zurück kommt nach Bosquets, um sein Leben neu und geordnet weiterzuführen. Das will ihm nicht recht gelingen, man kennt den Teufelskreis aus "Arbeit und Papieren": ohne Papiere keine Arbeit, ohne Arbeit keine Papiere und mit Papieren auch keine Arbeit. Er bleibt cool, doch sein jüngerer Bruder, der Haschisch dealt, bringt die Familie in Gefahr. Hoffnungslosigkeit, Langeweile, Ehrverletzung, Wut und Gewalt auf der einen Seite und auf der anderen der Hass der flics, die - geschützt durch ihr System - patroullieren, kontrollieren und zuschlagen, als befände sich die Stadt in permanentem Kriegszustand. Rabeh Ameur-Zaimeches Film mutet streckenweise dokumentarisch an, wenn er seine Darsteller, die zum großen Teil aus der Bevölkerung des Viertels stammen, ihre Geschichten spielen läßt. Spektakuläre Bilder von brennenden Supermärkten und Schulen und von Gewaltausbrüchen aus diesen Vierteln erschüttern Frankreichs Wohnstuben seit ein paar Jahren. Resultat: Angst vor dem Anderen und Spitzenwahlergebnisse der rechtsextremen Front National. Wesh wesh zeigt Realität auf eine so direkte Weise, daß sie einen erstarren läßt: Knallharte Hoffnungslosigkeit, keine Fragen, keine Antworten. Wesh wesh als Feststellung.