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Das Versprechen - The Pledge
USA 2001, 124 min, R: Sean Penn

D: Jack Nicholson, Robin Wright Penn, Sam Shephard

Der gleichnamige Roman von Dürrenmatt, den Sean Penn aus der weiten Schweiz in die Weiten Nevadas transferiert hat, was einfach nur eine andere Art von Enge ergibt, trägt den Untertitel "Requiem auf den Kriminalroman". Das trifft auch einen wesentlichen Aspekt des Films. Nicht "whodunnit" ist das Thema, sondern die existentielle Einsamkeit des alternden Ermittlers, der den Eltern bei seinem "Seelenheil" schwört, den Mörder ihrer kleinen Tochter zu finden, einem "Seelenheil", das ihm selber in den Jahrzehnten seines Jobs ohnehin schon abhanden gekommen ist. Wie in Dürrenmatts Roman, und anders als in der deutschen Verfilmung ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAGE mit ihrem konventionellen Mörder-wird-gefaßt-Krimiende, ist er geradezu besessen davon, sein Versprechen zu halten, losgelöst mehr und mehr von allen menschlichen Erwägungen und Rücksichten. Mit seinen Vermutungen hat er die ganze Zeit recht, aber keiner glaubt ihm, und am Schluß sitzt er durchgedreht an seiner heruntergekommenen Tankstelle und wartet auf den Mörder, von dem wir wissen, daß er dort niemals vorbeikommen wird.