VATERLAND
D 2002, 100 min
R: Thomas Heise

 

 

Fr 14.5. 04, 22:30 Uhr

Sa 15.5. 04, 20:00 Uhr
NUR Sa in Anw. von T. Heise

So 16.5. 04, 22:30 Uhr

Mo 17.5. 20:00 Uhr entfällt

 


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Die Kamera fährt an einer Mauer entlang, der Putz blättert. Die Kamera schwenkt über ein eisiges Flussufer, hinüber auf eine Eisenbahntrasse. Ein Zug fährt vorbei, rasend schnell, in die Ferne. Die Kamera senkt sich auf einen kleinen Feldweg. Und immer wieder Kamerafahrten über dieses Niemandsland. Diese Ort- und Zeitlosigkeit gehört Straguth, einem Dorf in Sachsen-Anhalt. Zwischen den Kamerafahrten beklemmende Einblicke in die kleinen Leben von Menschen ohne Perspektiven, und einen Ort, der von der Wiedervereinigung unberührt geblieben zu sein scheint. Früher waren einmal in Straguth sowjetische Truppen stationiert und noch früher, im Nationalsozialismus, befand sich hier ein Arbeitslager. Ein Brief, den der Vater des Regisseurs in eben diesem Arbeitslager geschrieben hat, erklingt aus dem Off und strukturiert den Film. Die BewohnerInnen dieses Niemandslandes leben in einem Zwischenreich, in dem die Vergangenheit präsent, die Zukunft aber ungewiss ist. Diese triste Trostlosigkeit kristallisierte sich für mich in Monis Äusserung: "ich bin froh, dass ich hier bin, ich muss doch nicht glücklich sein". VATERLAND ist ein poetischer Film über die Ablagerungen der Geschichte.