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Spiel der Götter
Bhutan/Australien 1999, 93 min,
R u. B: Khyentse Norbu

D: Orgyen Tobgyal und Mönche des tibetischen Klosters Chokling im indischen Exil

Rechtzeitig zur Fußballeuropameisterschaft der Rückblick auf die letzte Weltmeisterschaft, mal aus einer ganz anderen Perspektive. Von den christlichen Gottesmännern wissen wir es ja schon lange, aber daß auch buddhistische Mönche durchaus nicht immer fromm, asketisch und weltabgewandt sind, kann man in diesem Film erfahren. Des jungen Mönchs Orgyen große, sehr weltliche Leidenschaft ist der Fußball, die Abbildungen seiner Götter hängen in seiner Zelle: Ronaldo, Emerson etc.. Sein innigster Wunsch im Jahre 1998 ist natürlich, das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft zu sehen. Der Film zeigt ihn bei seinen Bemühungen, im Dorf die Vorrundenspiele zu verfolgen und den Lama zu überreden, für den Tag X einen von ihm organisiertes Fernseher ins Kloster zu holen, vor dem sich am Ende tatsächlich sämtliche Mönche versammeln und gebannt dem Spiel zugucken (dem Lama muß man`s erst erklären) - und am Ende haben wir endlich einmal etwas über den Alltag in einem buddhistischen Kloster erfahren, d.h. statt Prachtentfaltung à la LITTLE BUDDHA Cola-Dosen-kickende Jungmönche.