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Unter dem Sand - Sous le Sable (OmU)
Frankreich 2000, R: Francois Ozon, 96 min

D: Charlotte Rampling (Marie), Bruno Cremer (Jean), Pierre Vernier (Vincent)
K: Antoine Heberle, Jeanne Lapoire

Eine Frau und ein Mann fahren in ihr Ferienhaus an der französischen Atlantikküste. Die Vertrautheit und Intimität spürt man in jeder Bewegung, jedem Blick und jedem Lächeln. Tiefes Verstehen und Verständigen ohne Worte. 25 Jahre Zusammenleben. Am nächsten Tag gehen sie an den Strand. Die Farben sind deutlich und klar, die Sonne scheint. In den Blicken des Mannes hängt ein Funken von Abwesenheit der seiner ziemlich umfangreichen körperlichen Präsenz trotzt. Die Frau liest und döst am Strand vor sich hin. Er geht baden und kommt nicht wieder. Panik, Unverständnis, Suche, vergeblich. Schnitt. Zurück in Paris treffen wir Marie im Kreis von Freunden. Sie strahlt, spricht über Jean, als ob er da wäre. In Maries Alltag und Leben bemerken wir Schritt für Schritt, dass sie sich mit dem Verschwinden Jeans nicht abgefunden hat. Sie lebt weiter mit ihm, spricht mit ihm, sieht ihn und kauft ihm Krawatten. Selbstbewusst und erbarmungslos setzt sie sich für ihre Fiktion ein. Anzeichen, die auf Jeans Abwesenheit hindeuten nimmt sie nicht wahr. Eine wundervolle Charlotte Rampling verteidigt überzeugend ihre Illusion. Eine Geschichte vom Verlust und Schmerz einer Frau und ihrem Weg sich der Trauer zu verweigern. Es gibt keinen wirklichen Abschied. Oder.