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RECLAIM THE ECONOMY
vom 15. September bis 2. Oktober 2006 im RegenbogenKino Berlin

Gegenwärtig und schon seit längerem sehen wir uns allüberall konfrontiert mit der Ökonomisierung aller Lebensbereiche und sind gleichzeitig einer neoliberalen Privatisierungsstrategie öffentlicher Ressourcen ausgesetzt. In den Medien, den Wirtschaftswissenschaften und der Politik werden all jene, die nicht in das neoliberale Gebet der Globalisierung einstimmen mögen, der Naivität oder des Unwissens bezichtigt.

Und seit langem fühlen sich die politischen Führungsschichten aller Nationalstaaten abhängig von multinationalen Wirtschaftskonzernen und leben persönlich damit nicht schlecht. Mit dieser Verstrickung der Politik geht eine arbeitgeberfreundliche Gesetzgebung einher, die die abhängig Beschäftigten und die Schwächeren der Gesellschaft längst preisgegeben hat.

Und so wird aus der Globalisierung, die angetreten war für die Beseitigung der Hemmnisse des freien Handelns um vorgeblich Wirtschaftswachstum für alle zu schaffen, eine beispielslose Bereicherungsstrategie der wenigen Reichen. Deren Folge ist eine Verarmung grosser Teile der Mittelschicht und der endgültige Ausschluss der Schwächsten.

Was ist, so fragt das RegenbogenKino, von einer Politik zu halten, die es nicht nur zulässt, sondern es befördert, dass Gewinne privatisiert, Risiken und Verluste aber vergemeinschaftet werden? Die Handels- und Wirtschaftsgesetze erlässt, welche Unternehmenssteuern senken, ganze Staaten in die Verschuldung zwingen und zugleich die Privatgewinne der Unternehmen fördern. Was von einer Politik, in der die Börsenkurse durch Massenentlassungen steigen und gleichzeitig Arbeitslosenunterstützungen unter die Existenzsicherung gesenkt werden? Die von Krankenhäusern, Schulen oder Wasserwerken fordert, sie sollten selbsttragend und gewinnbringend wirtschaften um andererseits externe Kosten wie Umweltverschmutzung zugunsten grosser Konzerne vergesellschaftet?

Wir vom RegenbogenKino meinen, von so einer Politik und von so einer Globalisierung, die zu einer wachsenden Ungleichheit und Ungerechtigkeit in der Lebensqualität und der Verteilung des Wohlstands führt, sei nichts zu halten. Dagegen meinen wir zusammen mit den wachsenden sozialen Bewegungen von unten, dass es an der Zeit sei, uns die Ökonomie zurückzuerobern. Mit unserer dreiwöchigen Filmreihe zu den Folgen von neoliberalen Wirtschaftsweisen und zu ersten Widerstandsformen fordern wir auf: Reclaim the economy!

Infos: "Heute dienen nur noch 3% der in der Welt umlaufenden Gelder dem Warenaustausch oder Handel und 97% der reinen Spekulation." Quelle: Bundesverband deutscher Investmentbanken, Jahresbericht 1998 http://www.staytuned.at/normale/32784.html