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Der Pannwitzblick
Deutschland 1991, 90 min, R: Didi Danquart

Der Film handelt von der allgegenwärtigen Gewalt gegenüber Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Er zwingt eine/n zur Auseinandersetzung mit Begriffen wie Rassenhygiene, Eugenik und Euthanasie. Dem Film vorangestellt und titelgebend ist ein Zitat von Primo Levi; dieser schreibt über seine Begegnung mit dem KZ-Arzt Pannwitz. In dessen Blick las er, als er ihm gegenüberstand, folgendes: "Dieses Dingsda vor mir gehört einer Spezies an, die auszurotten selbstverständlich zweckmäßig ist. In diesem besonderen Fall gilt es, festzustellen, ob nicht ein verwertbarer Faktor in ihm vorhanden ist." Udo Sierck, mit dem Danquart gemeinsam an dem Film gearbeitet hat, erweitert dieses Zitat "Der Pannwitzblick, der ist immer da. Man kann ihn täglich spüren." Und in einer Gesellschaft wie der unseren, die sich für kein Dreckszeug in der Gendiskussion und keine Gerichtsurteil gegen Behinderte in der eigenen Nachbarschaft zu schade ist, soll auch folgendes Statement des australischen Kämpfers für die Eugenik Peter Singer nicht fehlen: "Es gibt Fälle, in denen es besser ist z.B. für ein schwerstbehindertes Kind, dass das Kind nicht lebt, weil das Leben ist so voll mit Leid, ohne Gelegenheit für eine bessere Situation, so dass es wirklich besser ist, wenn das Kind stirbt." Gegen diese Art zu denken, bezieht der Film Stellung. Er macht wach und das ist gut so.