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Manila
BRD 2000, 115 min, R: Romuald Karmakar

D: Margit Carstensen, Michael Degen, Manfred Zapatka, Martin Semmelrogge

Im Flughafen von Manila - den Karmakar für die Dreharbeiten exakt und aufwendig hat nachbauen lassen, so wichtig war ihm die Topographie dieses Ortes - sitzen die Reisenden und kommen nicht weg; ihr Flug ist auf unbestimmte Zeit verschoben. Einander Fremde, von der Außenwelt isoliert, auf sich und 'die anderen' zurückgeworfen: eine literarische, dramatisch und filmisch oft verwendete Situation, die Karmakar in MANILA mit seinem ihm eigenen, bereits seine Dokumentarfilme prägenden Gestus des Zeigens (das Gegenteil von Vorführen) inszeniert. Unerträglich, wie sie zum Teil sind, die typisierten Gestalten, der Prol-Schwabe, der Angeber, der Frustrierte, der Erfolgreiche, die Karmakar hier auf engem Raum aufeinander losläßt, er denunziert sie nicht, was ein Leichtes gewesen wäre, er präsentiert sie uns als grotesk- bis tragikomische Normalbürger, "zur Kenntlichkeit entstellt" und bis zur Hysterie getrieben durch die klaustrophobische Enge dieses kleinen Welttheaters im Flughafen von Manila.