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Leichen pflastern seinen Weg

( il grande silencio )
I / F 1968, 105 min,
R: Sergio Corbucci

D: Jean-Louis Trintignant, Klaus Kinski M: Ennio Morricone

In den verschneiten Bergen von Utah versteckt sich eine Gruppe harmloser Outlaws, denen nichts blieb als kriminell zu werden, um zu überleben. Von Kopfgeldjägern (eine Paraderolle für Klaus Kinski als Anführer Loco) gnadenlos verfolgt, stellt sich der Gruppe ein Revolvermann -"il grande silenzio"- (J.-L- Trintignant) zur Seite, doch er ist der Übermacht unterlegen. Wohl selten lässt ein Western den Zuschauer mit so unbändiger Wut zurück wie Sergio Corbuccis zweites Meisterwerk nach "Django". Das Böse hat auf der ganzen Linie gesiegt, ohne das Gesetz zu übertreten. Der Held, der durch seine - moralisch vertretbare - Selbstjustiz für die Gerechtigkeit eintritt, unterliegt den eiskalten, egoistischen Mördern, die das formale Recht für ihre Zwecke benutzen. Zusammen mit "Bonnie und Clyde" und "The Wild Bunch" leitete "Leichen pflastern seinen Weg" Ende der 60er Jahre eine neue Ära der Gewaltdarstellung im Kino ein. Die Gewaltszenen nehmen sich heutzutage allerdings nicht mehr so spektakulär aus. Unterstützt von der elegischen Musik Morricones und den hervorragenden Darstellern gelingt Corbucci ein Höhepunkt des Italowestern, quasi das pessimistischere Gegenstück zu dem im selben Jahr gedrehten "Spiel mir das Lied vom Tod". (Wolfgang Ruley bei rowohlt).