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La Cienaga (OmU)
Argentinien/Spanien 2001; 103 min R+B.: Lucretia Martel K.: Hugo Colace

D.: Martin Adjemian, Diego Baenas, Leonora Balcarce, Silvia Bayle

Es ist heiß, es ist schwül, es ist Februar in Argentinien. Wer es sich leisten kann, flieht aus der Stadt. Die 50-jährige Mecha, Mutter von 4 Kindern, verbringt den Sommer mit ihrer Familie auf ihrem Landsitz ''La Mandragora''. Dort ist es zwar ebenso heiß und schwül, aber man kann am Pool sitzen, Rotwein bis zum Umfallen in sich hineinschütten und das Personal terrorisieren. Durch einen Unfall werden Mechas Cousine Tali und deren Familie dazu gezwungen, den Sommer ebenfalls auf dem Landsitz zu verbringen. Dadurch sind Auseinandersetzungen vorprogrammiert. Lucrecia Martel seziert in Analogie zur sumpfigen, im Stillstand verharrenden Umgebung die Lethargie der argentinischen Mittelschicht. Der Wohnsitz, der die beiden Familien von Mecha und Tali für einen Sommer vereint, heisst ''La Mandragora'', benannt nach einer Pflanze, die man als Betäubungsmittel einsetzte, bevor man Äther oder Morphium kannte. Mit ungewöhnlichen ästhetischen Mitteln und einer Kamera, die die Akteure hautnah inspiziert, ist Lucrecia Martel ein Film gelungen, der einen von Anfang an in Spannung versetzt.