DER KOMANTSCHE
D 1979, 90 min
R+D: Herbert Achternbusch
Kamera: Jörg Schmidt-Reitwein

D: Herbert Achternbusch, Annamirl Bierbichler, Barbara Gass, Brigitte Kramer

 

 

Fr 22.7. 05, 20:00 Uhr
Sa 23.7. 05,
22:00 Uhr
So 24.7. 05, 20:00 Uhr
Mo 25.7. 05,
22:00 Uhr

 


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Einst saß er 1973 im Österreichischen Filmmuseum und sah waidwund John Fords THE SEARCHERS. ,Wenn dieser Film von mir wäre, hätte ich nichts mehr zu sagen". Dann, viel später dreht er DER KOMANTSCHE, einen schönen, einfachen Film. ,,Aber ein modernes Märchen ist ein grausames Märchen: die Flüsse z. B. sind zu Straßen erstarrt." Und das Monument Valley zum Bayerischeu Wald. Und die Rothaut (mit Hühnerfedern im Haar. gelb wie Achternbuschs Lieblingsfarbe) jagt im Rollstuhl am Stamberger See Segelboote, der Wind steht gut dazu. Und statt Jahn Wayne als Eaton zu sein ist A. wieder nur der arme Kasper-Kauz im Koma, der letzte Patient im Sauerstoffzelt eines Lungensanatoriums, hingestreckt von seiner Frau mit 4 Kegeln, in Träumen und Filmen von Ceylon träumend, von Elefanten und Gott. Am Schluß der verzweifelten Dada-Komödien-Odyssee, in der die Phantasie so gärt, die Realität so krankt, der Kalauer so spinnt, daß nicht sicher zu wissen ist, was was ist, geht die Achternbusch-Misanthropie wie ein Feuerwerk hoch: amoklaufend einsam zu sein unter Tausenden im münchner Olympiastadion. ,,Als ich noch träumte, hatte ich eine Idee, wie ich mit Menschen leben könnte. Aber jetzt, da ich wach bin und die Menschen sehe, habe ich keine Idee mehr."