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Keiner Weniger
Yi Ge Dou Bu Neng Shao
China 1999, 106 min, R: Zhang Yimou

D: Wei Minzhi (Schülerin / Aushilfslehrerin), Zhang Huik (Schüler), Bürgermeister Tian (Bürgermeister Tian Zhenda), Lehrer Gao (Lehrer Gao Enman)

Wei Minzhi, die 13 jährige Schülerin, die einen Monat lang den Dorfschullehrer vertreten soll, erschien mir wie die Verkörperung der jungen Qiu ju aus Zhang Yimous DIE GESCHICHTE DER QIU JU. Konsequenter als in jenem 1992 gedrehten Film werden in KEINER WENIGER alle Rollen von Laien gespielt. Hier spielt jeder die Rolle, die er oder sie auch im wirklichen Leben hat. (Beim Casting sollten die aus über tausend Kindern für die Rolle der Aushilfslehrerin ausgewählten Mädchen auf einer belebten Strasse in einer Grossstadt laut schreien. Wei Minzhi brüllte sich fast die Lunge heraus, erregte Aufsehen und wurde für KEINER WENIGER engagiert.) Lehrer Gao schärft seiner naiven Stellvertreterin ein, keine/n der SchülerInnen zu verlieren. Als der Klassenclown Zhan Huik der Schule fernbleibt um für seine arme und kranke Mutter in der weit entfernt gelegenen Stadt Geld zu verdienen, macht sich die resolute Aushilfslehrerin auf ihn zu suchen. Wie ihre handgetuschten Suchanzeigen vom Wind und von den Strassenkehrern weggefegt werden während die übernächtigte Wei eingeschlafen ist, gehört für mich zu den ergreifendsten Szenen. Zhang Yimou versteht es hier seine Grundthemen Bildung, Zuneigung, Verlassenheit und Sehnsucht in wenigen Filmminuten aufs eindrücklichste einzufangen.