KALTBLÜTIG (OmU)
USA 1967, 134 min
R: Richard Brooks

B: Richard Brooks, nach dem Roman von Truman Capote

M.: Quincy Jones

 

 

Fr 30.6. 06, 20:00 Uhr
Sa 1.7. 06, 22:00 Uhr
So 2.7. 06, 20:00 Uhr
Mo 3.7. 06, 22:00 Uhr



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factotum


1965 wurden die beiden jungen Männer, Perry Smith (Robert Blake) und Richard "Dick" Hickock (Scott Wilson), wegen vierfachen Mordes durch den Strang hingerichtet.

1959 hatten sie Herbert Clutter, Nancy, Bonnie und Kenyon Clutter in deren Farm in Kansas brutal ermordet.

Truman Capote, der Perry und Dick im Gefängnis interviewt hatte, schrieb über diese Vorgänge einen Roman, der auch in dem kürzlich gezeigten Film "Capote" eine wichtige Rolle spielt.

1967 nahm sich Richard Brooks ("Die Katze auf dem heißen Blechdach", 1958) dem Roman an und schrieb das Drehbuch zu seinem viel beachteten Film.

IN COLD BLOOD ist eine besondere Art des film noir, ein Schwarz-Weiß-Film, der eine kaltblütige Geschichte zweier kaltblütiger junger Männer erzählt.

Mit permanenten Szenenwechseln und Rückblenden zeigt Brooks eine fast gefühllose Welt, ein Amerika, das an allen Ecken und Enden gleich aussieht, zwei junge Männer, für die das Töten ein alltäglicher Vorgang zu sein scheint, Polizisten, die fast schon mechanisch, nach immer denselben eingefleischten Ritualen ihren Job verrichten.

Nur wenn Dewey die Väter der beiden Mörder interviewt, den todkranken Mr. Hickock (Jeff Corey) und Tex Smith (Charles McGraw), scheint eine andere Welt durch die wie ein riesiges Tuch alles überziehende Kälte - eine Welt der verlorenen Hoffnungen, Träume, Sehnsüchte und Wünsche, eine Welt des permanenten Scheiterns, mit dem sich die beiden alten Männer mehr oder weniger abgefunden haben.

Als Dick sich in Mexiko mit einer Prostituierten vergnügt, wenn sich beide ein letztes Mal betrinken, dann kommen die Erinnerungen hoch: an den schlagenden Vater, an das eigene Versagen. Wache Alpträume beherrschen Perrys Gesicht, der Druck seines ganzen, beschissenen Lebens, das ihm nie eine Chance bot, eines Lebens, aus dem aber auch er selbst nie etwas gemacht hatte.