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Jonas
BRD 1957, 84 min.

R: Ottomar Domnick D: Robert Graf, Elisabeth Bohaty, Heinz-Dieter Eppler, Willy Reichmann

Jonas, ein Druckereiarbeiter, kauft sich einen neuen Hut, der ihm schon bald danach wieder gestohlen wird. Daraufhin nimmt er in einem Cafe nun selbst den Hut eines Fremden mit. Als er in dem entwendeten Hut die Initialen "M.S." eines Freundes findet, den er im Krieg bei der Flucht aus einem Lager im Stich ließ, um sich selbst in Sicherheit zu bringen, konkretisiert sich das unklare Bewusstsein dieser Schuld in einem krankhaften Verfolgungswahn. Jonas fühlt sich bedroht, innere Stimmen ängstigen ihn, und in den Straßen der Stadt fühlt er sich von den Hochhäusern umstellt, eingesperrt. Niemand kann ihm über dieses Problem hinweghelfen. Der Filz des Hutes lässt sich zwar verbrennen, nicht aber das Monogramm, das aus Metall ist. Was Jahre mit aller seelischen Energie der eigenen Gewissenszensur entrückt haben, müssen Stunden höchster seelischer Dynamik entscheiden. Tiefenpsychologie beeinflusste Studie um Probleme der Lebensangst und der Kontaktunfähigkeit, in fragmentarischer, fast abstrakter Bildsprache erzählt. Ottomar Domnick war einer der großen Außenseiter im bundesdeutschen Kino, einer der ersten deutschen Nachkriegsregisseure die Mut zum Experiment zeigten, und ohne Kompromisse bemüht, zu einer nicht illusionistischen, der Zeit gerechten Aussage zu finden.