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Happiness

USA 1998, 134 min, R: Todd Solondz

D: Jane Adams, Dylan Baker, Camryn Manheim, Lara Flynn Boyle, Philop Semour Hoffman

Todd Solondz wendet sich in seinem dritten Film, als analysierender Ethnograph aber auch als liebevoll beobachtender Eingeborener, der amerikanischen Gesellschaft zu. Im Mittelpunkt des Films stehen drei Schwestern mit ihren drei verschiedenen Lebensentwürfen. Um deren Geschichte herum entwickelt Solondz schräge short cuts in denen wir ganz normalen Leuten begegnen, die auch unsere Nachbarn sein könnten: Unzufriedene, Einsame, Übergewichtige, Selbstmordkandidaten, Verlierer, Päderasten und Telefonspanner werden auf ihrer oft absurden Suche nach Glück gezeigt. Entlarvend aber nicht denunzierend verrät HAPPINESS keine seiner Figuren. Selbst bei der Darstellung des sexuellen Missbrauchs balanciert Solondz zwischen schwarzem Humor und Sensibilität, und bietet damit einen tieferen Blick auf ein in jüngster zeit öfters behandeltes Thema, als blosse Betroffenheit es könnte. HAPPINESS zeigt ein treffsicheres Bild der amerikanischen Gesellschaft am Ende der 90er.