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Fire
Kanada 1996, 104 min, R: Deepa Mehta

D: Shabana Azmi, Nandita Das, Kulbushan Kharbanda

Sita, eine junge Frau, wird verheiratet und zieht zu ihrem Mann, der deswegen aber nicht von seiner Geliebten lässt. In der selben Grossfamilie lebt Radha, Sitas Schwägerin, deren Mann sich in ein meditativ zölibatäres Leben geflüchtet hat. Die beiden Frauen entdecken langsam ihre Zuneigung zueinander. Und wir erleben in poetischen Bilden eine vorsichtige Annäherung zweier Frauen in einer von traditionellen Werten geprägten Männergesellschaft. Deepa Mehta: "Sitas und Rahdas Liebe ist einfach ein Vehikel dafür, die wesentliche Frage zu stellen: Haben die Menschen die Würde, einen eigenen Standpunkt zu haben, auch wenn dieser dem traditionellen Glauben entgegengesetzt ist?" Wie sehr Männer der Mittelklasse in Indien Mehtas Botschaft verstanden haben, zeigt deren Reaktion. Sie sahen durch die in FIRE gelebte Selbstbstimmung der Frauen ihre verbürgten Vorrechte bedroht. Mit dem Vorwurf, der Film verunglimpfe indische und religiöse Werte, erreichten sie, dass FIRE in Indien nur noch unter Polizeischutz gezeigt werden konnte und erneut der Zensurbehörde vorgelegt werden musste. Die Mehrzahl der Frauen dagegen feierten diesen auf zärtliche Weise Mut machenden Film als Befreiung.