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Der Kreis (OmU)
Iran/Italien 2000, 91 min, R: Jafar Panahi

D: Maryam Parvin Almani, Nargess Mamizadeh, Fereshteh Sadr Orafai

Am Anfang des Films: eine Geburt, nur zu hören im off, noch unter dem Vorspann. "Es ist ein Mädchen!" Die alte Frau, offensichtlich die Großmutter, kann es nicht fassen, sie fragt noch einmal nach; der Ultraschall hatte doch einen Jungen gezeigt. Aber es bleibt dabei, es ist ein Mädchen. Die Großmutter ist verzweifelt, man wird ihre Tochter verstoßen, es ist eine Katastrophe. Schon mit diesem Einstieg, zu dem DER KREIS ganz am Ende noch einmal zurückkehren wird, ist alles gesagt über den "Wert" von Frauen im heutigen Iran. Von hier aus verfolgt der Film verschiedene Frauen auf ihren Wegen und Irrfahrten durch Teheran, sie wirken immer wie gehetzt, nirgends kommen sie an, und erst nach und nach verstehen wir europäischen Zuschauer, daß Frauen ohne einen männlichen Begleiter (oder wenigsten einen Studentinnenausweis) in diesem Land rechtlos sind. Sie dürften sich nicht alleine draußen bewegen, sie können keinen Bus besteigen, sie dürfen in der Öffentlichkeit nicht rauchen. Das ist manchmal schwer mit anzusehen. Die einzige Spur von Hoffnung vermittelt sich über die Frauen selbst, die kein bißchen unterwürfig sind, sondern sich mit Kraft und Solidarität durch diese feindliche Welt bewegen.