CLOSED COUNTRY (OmU)
CH 1999, 85 min
R: Kaspar Kasics

 

Fr 23.5.03 20:00 Uhr
Sa 24.5.03
22:30 Uhr
So 25.5.03
20:00 Uhr
Mo 26.5.03
22:30 Uhr

 


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Erstmals stehen sie sich gegenüber: Charles Sonabend und Fritz Straub, Sabine Sonabend und die Nonne Anne-Marie. Vor über 50 Jahren war Straub für die Grenze verantwortlich, an der die Familie Sonabend aus der Schweiz in die Hände der Nazis ausgewiesen wurde. Er und die Klosterschwestern verhielten sich, wie Polizeichef Heinrich Rothmund es angeordnet hatte. Stunde der Wahrheit für Verschonte und Verfolgte, Täter und Opfer. Stunde der Überraschung dagegen für die Familie Popowski, die damals von Rothmund persönlich an der Grenze empfangen wurde. Das Schicksal der Sonabends und Popowskis ist eng miteinander verbunden. Auf eine Weise, die nicht einmal Heinrich Rothmund vorausahnen konnte. www.suissefilms.ch Geschlossene Grenze Über diese alte Geschichte einen Film machen? Das interessiert doch heute niemanden mehr.» So ähnlich reagierten 1994 die meisten Leute, als der Historiker Stefan Mächler, Drehbuchautor von «Closed Country», mit seinen Recherchen zum Film begann. Die antisemitische Flüchtlingspolitik der offiziellen Schweiz während des Zweiten Weltkriegs, die Mächler und Regisseur Kaspar Kasics beleuchten wollten, war nur ein linkes Minderheitenthema. Noch hatte das Duo keinen Meter abgedreht, als sich alles ändern sollte und die Dreharbeiten in die Zeit der heftigsten Turbulenzen schweizerischer Vergangenheitsbewältigung fielen. Der Fall Sonabend ... Im Zentrum von «Closed Country» stehen die jüdischen Geschwister Sabine und Charles Sonabend, die im Sommer 1942 zusammen mit ihren Eltern in der Gegend von Porrentruy in die Schweiz geflüchtet und daraufhin – wie zehntausende andere auch – umgehend an die Deutschen im besetzten Frankreich ausgeliefert worden waren. Während die Eltern Sonabend nach Auschwitz deportiert und dort umgebracht wurden, überlebten die beiden Kinder dank der schon fast ironisch anmutenden Tatsache, dass sie mit Hilfe deutscher Soldaten nicht in einem Vernichtungslager, sondern in einem französischen Kinderheim landeten. Dort blieben sie bis Kriegsende, und es war der heute in London lebende Charles Sonabend, der 1996 als einer der ersten Holocaust-Überlebenden in der Schweiz nach dem Bankkonto seiner ermordeten Eltern suchte. Da sein Bemühen erfolglos blieb, beteiligte er sich 1997 an der Sammelklage gegen die Schweizer Grossbanken.