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Car Wash (OmU)
USA 1976, 97 min

R: Michael Schultz
B: Joel Schumacher M: Norman Whitfield
D: Antonio Fargas, Richard Pryor, The Pointer Sisters

Es ist möglich , daß in 100 Jahren ein Film wie "Car Wash" einige seiner komischen Effekte verloren hat, aber über eine Sache können wir uns sicher sein: aufgrund seines Wertes als Zeitdokument, verdient er eher die Bezeichnung "Klassischer Film", als die unnützen , aber hübschen Amüsements der Vergangenheit von Ivory-Merchant Produktionen, die alle technisch perfekt und sauber sind, aber ohne Herz. "Car Wash" ist ein kollektiver Film über den "spirit of community". Ebenso finden wir einige Symbole, wohl eher unbewußt eingestreut vom Drehbuchautor Joel Schumacher (Batman u.a.). Das Statussymbol Automobil: Du bist, was du fährst. Die sorglosen Autowäscher bieten einen Deluxe-Service für alle: sie geben dem Geschäft einen besonderen Touch mit ihren Händen durch ein weiteres Symbol: Wasser, das klassische Zeichen für Reinigung und universelles Bewußtsein. Sie sind umgeben von einer Reihe wohldefinierter Charaktere, die aufgrund ihrer kurzen Auftritte nur durch ihre Taten charakterisiert werden können. Drei Personen treten besonders hervor: Mr. B (Kapital), Abdullah (Revolution) und Lonnie (Freundlichkeit). Die Gier und Nachlässigkeit des liebenswerten Waschanlagenbesitzers wird kontrastiert mit der Wut des humorlosen, trockenen Politaktivisten. Ein Ex-Knacki bringt uns auf das zentrale Thema des Films: Arbeit. Wir dürfen aber auch die weiteren Themen nicht vergessen, die uns mehr zufällig -wie im richtigen Leben - durch die vielen Personen nahegebracht werden: Liebe, Religion, Prostitution, Homosexualität, sozialer Aufstieg, Geld, Klassenkampf, Sex und über allem Musik als vereinigendes Element. Sie erzeugt solch eine positive Energie, daß am Ende die Tugenden, die erscheinen, kombiniert mit den Lastern des schnellen, konsumorientierten und brutalen urbanen Lebens, ebenso wie das Leiden einiger Charaktere, in den Vordergrund treten: Liebe, Leidenschaft, Toleranz, Geduld, Solidarität, Freundschaft, Glück. Das macht "Car Wash" zu einer munteren und universellen Parabel des Überlebens in der Zeit des Kapitalismus. Uns das ist kein kleiner Erfolg für einen kleinen Film, von einem Afro-amerikanischen Regisseur und für ein kleines Publikum gedreht. (aus dem internet) Für die Filmmusik von Norman Whitfield, Rose Royce und den Pointer Sisters gab es damals in Cannes die goldene Palme.