CACHÉ (OmU)
F/A/D 2005, 117 min
R: Michael Haneke


D: Daniel Auteuil, Juliette Binoche, Maurice Bénichou, Annie Girardot

 

 

Fr 2.6. 06, 20:00 Uhr
Sa 3.6. 06, 22:30 Uhr
So 4.6. 06, 20:00 Uhr
Mo 5.6. 06, 22:30 Uhr



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factotum


Juliette Binoche und Daniel Auteuil spielen ein Ehepaar der französischen Kulturschickeria, das von einem anonymen Beobachter mit Videoaufzeichnungen aus dem Alltagsleben bedroht wird. Nach und nach legen die Bänder eine Spur in die Vergangenheit des Ehemannes, zum Schicksal eines algerischen Einwanderers und damit zu einer Schuld, der er sich nie gestellt hat.

Man kann Caché als Parabel auf die längst nicht aufgearbeitete französische Kolonialgeschichte lesen und als Auseinandersetzung mit einer Schicht, die sich fragen muss, auf wessen Kosten sie ihr komfortables Leben führt. Der Film ist das Tableau einer Angst, die über die Figuren hinausweist.

Wie menschliche Einrichtungsgegenstände stehen Auteuil und Binoche in ihrer Wohnung, während das weißliche Licht die Bücherwand und den nervtötend homogenen Freundeskreis des Paares als gleichwertige Insignien einer selbstgefälligen Daseinsform entlarvt. Irgendwann beginnt man zu ahnen, dass die mysteriösen Videobänder keinen realen Autor haben. Dass sie eine Ausgeburt der Verunsicherung sind, das schlechte Gewissen der westlichen Wohlstandswelt oder auch der metaphysische Blick des Kinos auf seine Figuren. (Katja Nicodemus)