ALL OR NOTHING (OMU)
GB 2002, 128 min.
R: Mike Leigh

 

Fr 13.6.03 22:30 Uhr
Sa 14.6.03 20:00 Uhr
So 15.6.03 22:30 Uhr
Mo 16.6.03 20:00 Uhr

 


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M. an S.: Hast Du Dir gestern endlich ALL OR NOTHING angesehen? Mike Leigh trifft mit seinem neuen Film mal wieder genau das Grundproblem des Menschseins, "dass wir alle so unsäglich alleine sind". S. an M.: Ja, habe ihn gestern gesehen. Er hat mich tief berührt und ich bin vor Weinen ganz verquollen aus dem Kino geschlichen. Es war so herzergreifend mitzubekommen, wie die Frau in ihrer berechtigten Unzufriedenheit den Mann und die Kinder ablehnt. Und alle so eingeschlossen in ihren Systemen vor sich hinvegetieren. Ja, Leigh trifft genau die wunden Punkte, die wehtun und den Schmerz an die Oberfläche treiben, wenn sie zerplatzen. Ich war zugleich ergriffen und wurde aber auch total optimistisch aus dem Kino entlassen. Es gibt doch noch die Hoffnung. M. an S.: Ja, genau da, wenn Timothy Spall als lethargischer, verschlossener Taxifahrer Worte findet und von der abhanden gekommenen Liebe, von der Vereisung der Gefühle und von seinem lähmenden Empfinden, immer nur als Versager angesehen zu werden, spricht. Grossartig, grandios, so muss Film sein.