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Accatone

Italien 1961, 115 min.

R: Pier Paolo Pasolini
D: Franco Citti, Silvana Corsini, Franca Pasut, Adriana Asti,
Musik: Johann Sebastian Bach

Pasolini denkt in Bildern. In seinem Erstling erzählt er die Geschichte eines Zuhälters in Bildern, die der Tradition des Neorealismus entspringen. Die vordergründig naturalistischen Bilder aber wandeln sich in eine extreme Künstlichkeit, die sich orientiert an der Freskenmalerei der italienischen Renaissance. Accatone, ein junger Bursche, betätigt sich in einem römischen Vorstadtviertel als Zuhälter. Nachdem er ein Mädchen kennenlernt, das sich weigert, für ihn auf die Strasse zu gehen, versucht er sich als Dieb und verunglückt auf der Flucht vor der Polizei tödlich. Pasolini inszeniert die Leidensgeschichte Accatones als "Passion" über die soziale Ausweglosigkeit in den Vorstädten Roms und die Situation des italienischen Subproletariats, dem allein das Kleinbürgermilieu als erstrebenswert vorgehalten wird. ACCATONE ist eine Paraphrase auf die Passion Christi. Die ausschliessliche Verwendung der Musik aus der Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach vollendet ACCATONE zu einer modernen und neuen Passionsgeschichte. Die Bilder decken sich. Pasolini denkt in Bildern.